LAUTERBACH – 28.02.2026
Ausstellung "Anders wohnen, besser leben" in Lauterbach eröffnet
Wie wollen wir in Zukunft leben? Und welche Wohnformen passen zu einer Gesellschaft im Wandel? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Ausstellung „Anders wohnen, besser leben“, die noch bis zum 10. März 2026 in der Stadtbücherei Lauterbach zu sehen ist. Die Ausstellung wird im Rahmen des Projekts „Wohnen im Wandel im Vogelsberg” gezeigt, das beim Paritätischen Regionalbüro in Fulda angesiedelt ist.
Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von neuraum-Geschäftsführer Stephan Mölig, der unterschiedliche Modelle des gemeinschaftlichen Wohnens vorstellte und konkrete Einblicke in umgesetzte Projekte gab.
Wohnen neu denken
Im Vogelsbergkreis fehlt es an kleinen, bezahlbaren und barrierefreien Wohnungen – besonders für Menschen mit geringem Einkommen. Gleichzeitig verändern sich Lebensmodelle: Die Bevölkerung wird älter, klassische Familienstrukturen wandeln sich, und das Bedürfnis nach sozialer Nähe wächst.
Gemeinschaftliche Wohnprojekte können hier neue Wege eröffnen. Sie verbinden selbstbestimmtes Wohnen mit nachbarschaftlichem Miteinander – und schaffen Strukturen, die Einsamkeit vorbeugen und gegenseitige Unterstützung im Alltag ermöglichen.
Architektur als Rahmen für Gemeinschaft
In seinem Vortrag zeigte Stephan Mölig, wie unterschiedlich gemeinschaftliches Wohnen aussehen kann:
von Senioren-WGs über umgenutzte Hofanlagen im ländlichen Raum bis hin zu Baugruppen und genossenschaftlich organisierten Projekten.
Anhand konkreter Grundrissbeispiele wurde deutlich, wie sich private Rückzugsräume mit gemeinschaftlich genutzten Flächen verbinden lassen. Großzügige Wohnküchen, Werkstätten, Gärten oder Gästezimmer ergänzen die individuellen Wohnungen – so entsteht eine ausgewogene Balance zwischen Privatsphäre und Austausch.
Ein besonderes Augenmerk lag auf sogenannten Cluster-Wohnungen: Mehrere kompakte, eigenständige Einheiten mit Bad und Küchenzeile gruppieren sich um gemeinsam genutzte Räume. Dieses Konzept ermöglicht individuelles Wohnen bei gleichzeitiger Nähe zur Gemeinschaft – flexibel, effizient und zukunftsfähig.
Mehr als ein Trend
Wir sind überzeugt, gemeinschaftliches Wohnen ist kein kurzfristiger Architekturtrend. Es ist ein sozialer Ansatz, der auf aktuelle Herausforderungen reagiert: steigende Wohn- und Pflegekosten, den demografischen Wandel und den Wunsch nach Teilhabe in allen Lebensphasen.
Wir sehen darin großes Potenzial – insbesondere für den ländlichen Raum. Gute Architektur kann hier den Rahmen schaffen, in dem Gemeinschaft wachsen kann.