Stadtentwicklung: Gustav Stabernack investiert in Wohnen für Jung und Alt

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  • August 26, 2016

153_neuraum01(neuraum) Dieses Ensemble, bestehend aus dem Haus „Hainigstrasse 8 und 10“ (links) und dem ehemaligen „Gasthof Keutzer“, hat Gustav Stabernack gekauft. Dort sollen Wohnungen für Jung und Alt, ein schöner Garten und auch Parkflächen entstehen.

LAUTERBACH – 26.08.2016

„Leben soll in die Stadt kommen“ / Montag starten die Bauarbeiten

(ar) Kommenden Montag starten die Abrissarbeiten in Lauterbach. Dann werden die baufälligen Häuser in der Haingstrasse 8 und 10 sowie der Saalbau der ehemaligen Gaststätte „Keutzer“ in der Lindenstraße 4 weichen und Platz machen für eine neue Wohnanlage. „L4“ heißt der Neubau, der vom Lauterbacher Unternehmer Gustav Stabernack gebaut wird, und soll in zetraler Lage Wohnen für Jung und Alt ermöglichen. „In die Stadt soll Leben hineinkommen – das ist mir ein persönliches Anliegen“, erzählt der Bauherr im Gespräch.

14 Tage wir der Straßenverkehr auf Höhe der Häuser nur eingeschränkt möglich sein. „Die meiste Zeit wird die Straße einspurig genutzt werden können, wenn es nötig sein sollte, versuchen die Bauunternehmen nur mit stundenweisen Vollsperrungen zurecht zu kommen“, erläutert der Geschäftsmann seine Pläne. Dies ist nun schon das dritte Wohnungsbauprojekt der Stabernack Holding in der Kreisstadt. „Wenn ich durch die Stadt fahre, sehe ich an manchen Stellen Verfall und Stillstand und sehe, dass wirtschaftlich recht wenig passiert“, erläutert Stabernack die Beweggründe für sein städtebauliches Interesse. Außerdem sei über den Marktbedarf an ihn herangetragen worden, dass die Nachfrage nach Wohnungen, dort wo Leben in der Stadt möglich ist, stetig steige.

Eigentlich habe er eine Tagespflegeeinrichtung in das „L4“ integrieren wollen, was sich jedoch angesichts ungesicherter Kostendeckung aus Sozialfürsorge und privaten Zuzahlungen nicht verwirklichen ließ. Stattdessen setzt er jetzt mit zwölf barrierefreien Wohnungen in Zusammenarbeit mit einer 24-Stunden-Rufbereitschaft auf generationenübergreifendes Wohnen. „Es sind bewusst zwei Wohnungen für Familien vorgesehen“, verrät Stabernack. „Denn ältere Menschen wollen sich nicht nur mit älteren Menschen umgeben. Und das Zusammenleben von mehreren Generationen fördert die Lebendigkeit“. Er wünsche sich auf diese Weise eine „lebensbejahende Einrichtung“, denn ältere Menschen sähen sich häufig auf dem Lande nicht mehr gesichert versorgt: „Die Einsamkeit wächst, Menschen werden aufgrund besserer medizinischer Versorgung immer älter. Auch das Interesse am Leben verändert sich.“ Ältere Menschen seien nämlich aktiver und wollten Länger in das tägliche Geschehen mit eingebunden sein. Eine gut Nahversorgung sei ebenfalls sehr wichtig. Und dafür böte die Lauterbacher Altstadt als Oberzentrum des Vogelsbergkreises – auch mit vielen Kulturangeboten – eine sehr gute Wohnlage.

Geplant wird das Haus von Architekt Stephan Mölig von „neuraum“ mit einem großen Garten mit Rundwegen und einem großzügigen Gemeinschaftsraum. Jedes Appartment hat einen eigenen Balkon, Wohnungszuschnitte könnten auch noch individuell zu größeren Einheiten zusammengelegt werden. „Ob 200 Wohnungen in Leipzig oder ein kleineres Projekt hier vor Ort – die Wünsche der Menschen sind überall ähnlich. Und daher ist es mir ein soziales Anliegen, in das zu investieren, was die Menschen brauchen“, erklärt Gustav Stabernack anschließend.

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(neuraum) Blick auf das „L4“ von Süd-Osten (Lindenstrasse) aus.

 

153_neuraum03 (neuraum) Noch ist der rückwärtige Bereich wenig ansehnlich. Das soll sich ändern.