Stadtentwicklung: Geld für die „Gut Stubb“

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  • Februar 29, 2016

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LAUTERBACH – 27.02.2016

Adolf-Spiess-Halle / Stadt Lauterbach bekommt zwei Millionen Euro aus dem Bundesprogramm für Sanierung

(von Claudia Kempf). Nach diesem Gespräch war die Welt für Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller in Ordnung. Inmitten der Volksbank-Versammlung im Wartenberg Oval erreichte ihn am späten Donnerstagabend der Anruf des Fuldaer CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Brand aus Berlin, der ihm mitteilte, dass seine Stadt zwei Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erhält. Im November vergangenen Jahres hatte der Kreisstadt-Bürgermeister seine „Bewerbung“ für Gelder aus diesem Topf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über das Land eingereicht und als konkretes Vorhaben die Sanierung der Adolf-Spiess-Halle in der Kernstadt angeführt. Mit der Stadt Lauterbach hatten sich weitere 997 Städte und Gemeinden um die insgesamt 140 Millionen Euro „für kommunale Infrastrukturprojekte mit besonderer sozialer und integrativer Wirkung“ beworben und Projektskizzen entworfen. Zu den am Ende ausgewählten 56 Kommunen zählte auch die Vogelsberger Kreisstadt. Neben ihr sind noch drei weitere hessische Städte bedacht worden: Kassel (3,4 Millionen Euro), Marburg (1,7 Millionen Euro) und Felsberg (1,3 Millonen Euro).

„Ich bin wirklich überglücklich“, kommentierte Vollmöller den zwar erhofften, aber nicht wirklich erwarteten Geldsegen, der die Stadt nun in die komfortable Lage versetzt, Lauterbachs „Gut Stubb“ auf Vordermann zu bringen und sie zu einer echten Stadthalle umzubauen, die den Namen auch verdient. Auf rund 2,2 Millionen Euro war der Sanierungsbedarf laut Gutachten geschätzt worden.

Über ein Schreiben des Hessischen Städtetages war der Lauterbacher Verwaltungschef auf den „Bundestopf“ im September vergangenen Jahres aufmerksam geworden. Nicht viel Zeit blieben ihm und seinen Mitarbeitern für ein ausgearbeitetes Sanierungskonzept und die Formulierung gewichtiger Gründe für eine Berücksichtigung, da schon Anfang November die Bewerbungsfrist endete. Neben der Bewerbung schrieb er außerdem die hiesigen Landtags- und Bundestagsabgeordneten an und bat um deren Unterstützung.

Warum ausgerechnet Lauterbach und die Spieß-Halle im Rennen überzeugt haben? „Das Lauterbacher Projekt passte formgenau und erfüllte alle Anforderungen. Für den Sport, für die Jugend, die Kultur und die Integration“, ist Vollmöller überzeugt. Denn mit dem Ausbau und der Sanierung verfolge man gleich mehrere Ziele: Die Erneuerung der sanitären, technischen und gastronomischen Halleninfrastruktur, die energetische Sanierung und die Neukonzipierung eines Nutzungskonzeptes, das sowohl die etablierten Vereine als auch andere Gruppierungen berücksichtigt, etwa Senioren, Jugendliche und Migranten.

Erklärtes Ziel ist es in der Projektbegründung, die die Stadt eingereicht hatte, gerade auch den Vereinen, die in der Kernstadt seit Jahren mit provisorischen Räumlichkeiten vorliebnehmen mussten, Raum zu schaffen, des Weiteren für kulturelle und interkulturelle Veranstaltungen und größere Familienfeiern. Auch für bestimmte Sportarten solle die Halle künftig wieder fester Veranstaltungsort sein.

Laut der Förderrichtlinien müssen die Sanierungsarbeiten in den Jahren 2016 bis 2018 erfolgen. Vollmöller wünscht sich deshalb einen schnellen Baubeginn. „Möglichst noch in diesem Sommer.“ Zuvor muss sich die neugewählte Stadtverordnetenversammlung mit einem konkreten Sanierungskonzept befassen und darüber entscheiden. Mit rund einem Jahr Bauzeit ist laut Vollmöller zu rechnen.

Erfreut kommentierten auch die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten die gute Neuigkeit: „Insgesamt sind lediglich vier Projekte in Hessen berücksichtigt worden. Da bin ich natürlich sehr froh, dass eines davon in meinem Wahlkreis liegt. Ich bin überzeugt davon, dass die Förderung sinnvoll genutzt wird, um das Gebäude grundlegend zu sanieren“, sagte SPD-Abgeordnete Birgit Kömpel. „Das ist eine fantastische Nachricht für Lauterbach“, freute sich ihr CDU-Kollege Michael Brand, der sich nach eigenem Bekunden persönlich bei Bundesumweltministerin Hendricks für dieses Projekt im Wahlkreis eingesetzt hatte. „Der Antrag aus Lauterbach war passgenau, Bürgermeister Vollmöller hat sehr gute Vorarbeit geleistet. Die „Gut Stubb“ wird jetzt hergerichtet und zukunftsfest gemacht. Ich freue mich über den gut investierten Geldsegen, der manche Sorge vor Ort nimmt, wie ich aus Gesprächen im Vorfeld weiß. Klasse, dass das geklappt hat!“

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