Rathaus-Sanierung: Förderung vom Land und Baubeginn

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  • Oktober 27, 2015

P1050322Ortstermin: Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller (Zweiter von links) mit Jörg Saller (rechts) und Markus Topf (Zweiter von rechts) vom Bauamt sowie Christian Diegelmann (links) von neuraum, der mit der Bauleitung betraut ist. (Foto: neuraum)

LAUTERBACH – 22.10.2015

Vorbereitende Arbeiten laufen / Gerüst wird gestellt / 343.000 Euro des Landes

(bl). Die gute Nachricht aus Wiesbaden erreichte Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller am Mittwochmittag während eines Ortstermins mit dem LA: Das Land Hessen beteiligt sich mit 343.000 Euro an der energetischen Sanierung des Rathauses in Lauterbach und trägt damit 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Dies teilte Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir der Stadt mit.
„Das zeigt, dass unsere Bemühungen gefruchtet haben und die Anträge gut vorbereitet waren“, freute sich der Verwaltungschef. Gemeinsam mit Jörg Saller und Markus Topf vom Bauamt sowie Bauleiter Christian Diegelmann vom zuständigen Architekturbüro neuraum nahm Vollmöller die vorbereitenden Arbeiten unter die Lupe, bevor es voraussichtlich Anfang kommender Woche „so richtig losgeht“.

„Seit zwei Tagen sind wir nämlich noch mit den so genannten nicht genehmigungsfähigen Vorbereitungen befasst, wie dem Räumen von Zimmern, dem Entfernen von Türen oder auch mit Schutzmaßnahmen für die Treppe“, wie Diegelmann formulierte. Am Hintereingang des Rathauses ist ein Container aufgestellt worden, in dem ein Großteil der entfernten Materialien landet. Im früheren Sitzungssaal ist nur noch das Standbild des Simplizius zu sehen, doch auch das wird bald verpackt werden und soll – gut verwahrt – auf seine zukünftige Verwendung warten.

„Voraussichtlich am Montag oder Dienstag werden wir damit beginnen, das Gebäude Marktplatz 12 einzurüsten“, erläutert Diegelmann weiter. Die Baubeginnsanzeige sei vor Kurzem an das zuständige Kreisbauamt gegangen. Die größten Maßnahmen im Gesamtpaket sollen der Einbau eines Aufzugs und die Sanierung des maroden Dachstuhls sein. „Wenn alles gut läuft und der Winter mitspielt, könnten wir Ende 2016 alles erledigt haben, damit im Frühjahr oder Sommer 2017 die Bezugsfertigkeit gegeben ist“, wie der bauleitende Architekt weiter erläutert. An Einzelmaßnahmen werde man „mit Augenmaß“ herangehen.

Minister Al-Wazir hatte am Mittwoch im Zusammenhang mit der Förderzusage Energieeffizienz als einen der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende bezeichnet: „Wir freuen uns, dass die Städte, Gemeinden und Landkreise dabei eine Vorbildfunktion übernehmen.“ Die beiden Gebäude am Marktplatz 12 und 14 erhalten eine Dämmung der Außenwände und neue Heizungspumpen, außerdem werden die Fenster und die Beleuchtung ausgetauscht. Beim Gebäude mit der Hausnummer 14 sind außerdem die Dämmung von Kellerdecke und Dach, der Einsatz eines Biomassekessels und der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eines Sonnenschutzes vorgesehen. Beim zweiten Gebäude wird zusätzlich die obere Geschossdecke gedämmt. Der Energieverbrauch der beiden Gebäude wird sich nach Angaben des Ministeriums dadurch künftig um rund 35 Prozent reduzieren. Das entspricht einer Einsparung von 15.000 Litern Heizöl pro Jahr.

Insgesamt rund eine Million Euro Fördermittel verspricht man sich seitens der Stadt für das Projekt: 300.000 Euro aus dem Stadtumbau-Programm und 700.000 Euro aus dem Programm „Modernisierung von kommunalen Nicht-Wohngebäuden“. Zudem stehen zinsgünstige Darlehen (0,1 Prozent Zinsen) zwischen 600.000 und 800.000 Euro über die KfW-Bank zur Verfügung (der LA berichtete mehrfach).

Im neuen Rathaus, dessen vier Geschosse alle per Aufzug erreichbar sein werden, wird es künftig keinen Sitzungssaal mehr geben. An dessen Stelle werden dann Bürgerbüro und Touristinfo zu finden sein. Das Dienstzimmer des Bürgermeisters wird im ersten Stock bleiben. Hier wird es auch weiterhin ein Besprechungszimmer geben, das darüber hinaus auch als Trauzimmer fungieren soll. Die Gebäude Marktplatz 12 und 14 werden durch Übergänge miteinander verbunden sein.

Die Lauterbacher Stadtverordneten hatten im Dezember 2014 grünes Licht für das insgesamt rund 3,6 Millionen Euro teure Projekt gegeben. Nachdem die Lauterbacher Kommunalpolitik sich in der Vergangenheit mit mehreren Planungsvarianten für die Rathaus-Sanierung befasst hatte, war schließlich die endgültige Entscheidung für die so genannte „Variante V“ gefallen.

Während der Zeit der Umbau- und Sanierungsarbeiten bis 2017 sind sämtliche städtischen Abteilungen entweder bei den Stadtwerken oder in anderen städtischen Gebäuden untergebracht.

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