„L4“ Richtfest: Neues in geschichtsträchtiger Lage

  • 0
  • August 24, 2017

neuraum_p054_24Das ehemalige Gasthaus Keutzer kurz vor dem Richtfest für den Neubau mit altengerechten Wohnungen.  (Foto: neuraum)

LAUTERBACH – 19.08.2017

Im L4 entsehen zwölf seniorengerechte Appartements / Einzugstermin im Frühjahr

(ws) Mit einem zünftigen Imbiss feierten Investor Gustav Stabernack und seine Familie sowie die beteiligten Baufirmen Richtfest in der Lindenstraße.Anstelle des Gasthauses Keutzer und eines Häuschens in der Löbersgasse sollen im kommenden Frühjahr zwölf seniorengerechte Appartements in unmittelbarer Nähe zur Altstadt bezogen werden.

Zimmermann Jan Gromes verlas in luftiger Höhe den Richtspruch und lies der Tradition folgend ein Glas auf dem Pflaster des Gehweges zerschellen. Den Investor freute es, dass den Bauarbeiten an Linden- und Hainigstraße das Glück bislang hold war und die Handwerker unfallfrei den Rohbau erstellt hatten. Bevor es zum Richtschmaus ging wurde mit Architekt Stephan Mölig erst einmal ein Glas Burgenkümmel geleert.

Gustav Stabernack, Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller und Stadtarchivar Professor Dr. Karl-August Helfenbein verwiesen auf die geschichtsträchtige Lage des neuen Gebäudeensembles. Legendär der Saalbau des Gasthauses Keutzer. Einst seien hier Pferdeställe gewesen, um an der Hauptstraße von Fulda in den Vogelsberg noch einmal die Zugtiere wechseln zu können. Dem Investor hatte es da besonders die frühere Streckenführung des Durchgangsverkehrs über die Brücke zur heutigen Kanalstraße angetan, wo es durchs Eisenbacher Tor dann weiter in die Obergasse ging und in die andere Richtung am Kino vorbei dem heutigen Schulgelände entlang in den Steinigsgrund.

Bürgermeister Vollmöller erinnerte daran, dass der Gasthaus-Saal stets ein Ort der Begegnung war. Unter anderem die Bechtheimer Weinkosthalle zum Prämienmarkt hatte hier ihren Anfang genommen. Andere Lauterbacher erinnern sich an Tanzveranstaltungen oder Filmdokumentationen für Schüler über die olympischen Spiele 1964 in Tokio.

Bereits vor dem Richtfest hatte Helmut Raatz, aufgewachsen in der unteren Hainigstraße, an den Engpass in der Hauptverkehrsstraße Lindenstraße erinnert. Bis 1967 waren dem Haus Keutzer noch die Häuser Roth und Appel vorgelagert gewesen, im damaligen Eckhaus wohnte die bekannte Volksschullehrerin „Appel-Mini“, die später am Eichenweg gebaut hatte und von der auch Bürgermeister Vollmöller die ersten Schuljahre unterrichtet wurde. Die beiden Häuser seien damals unter großer Staubentwicklung eingerissen worden. Bilddokumente aus den Fünfzigerjahren zeigen, dass die Hainigstraße schon damals von Langgasse und Lindenstraße aus in beide Richtungen als Einbahnstraße geführt wurde.

Heute macht der kurze Fußweg auf den Marktplatz die Wohnungen attraktiv. Die Bauausführung sei hochwertig und nachhaltig, da lege der Investor stets Wert darauf, lobte Bürgermeister Vollmöller. Und Investor Gustav Stabernack versicherte: „Wir sind als Familie Lauterbach verbunden und bleiben das auch.“

HINTERGRUND

Gustav Stabernack investiert rund zwei Millionen Euro in das Projekt an der Lindenstraße, wo im Bereich des ehemaligen Gasthauses Keutzer und des Häuschens in der Löbersgasse 1 zwölf seniorengerechte Wohnungen entstehen. Die Arbeiten dauerten bis zum Richtfest rund ein Jahr, Einzugstermin soll im Frühjahr sein. Die Appartements mit Sicht auf den Kirchturm und in unmittelbarer Nähe zur Altstadt sind gefragt, es gibt bereits Wartelisten. Investor Gustav Stabernack bezeichnete die Verbindung denkmalorientierter Stadtentwicklung und seniorengerechten Komforts als Patentrezept seiner Aktivitäten. Das Projekt L4 an der Lindenstraße bringt laut Architekt Stephan Mölig rund 900 Quadratmeter Wohnfläche.

© Lauterbacher Anzeiger 2017 | Alle Rechte vorbehalten | Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Lauterbacher Anzeiger