Rathaussanierung: Variante vier wird weiterentwickelt

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  • Oktober 01, 2013

Rathaus02

26.09.2013 – LAUTERBACH

Lauterbacher Ausschüsse befassten sich mit vier Planungsvorschlägen

(cke). „Die Planung der Planung der Rathaussanierung“ stehe auf der Tagesordnung, so formulierte es der Lauterbacher Architekt Stephan Mölig am Dienstagabend in der Lauterbacher Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung (HFA), der auch die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Bau- und Planung beiwohnten. Er präsentierte vier Varianten (der LA berichtete am 18. September), wie die Sanierung des Rathauses vonstatten gehen könnte, die in den vergangenen Monaten von den städtischen Fachbereichsleitern und dem Bürgermeister in Zusammenarbeit mit ihm erarbeitet worden waren. Am Ende einer längeren Diskussion einigten sich die HFA-Mitglieder auf die Weiterentwicklung der Variante vier mit Änderungen.

Zur Erinnerung: Um nach dem Rückzug des Investors Gustav Stabernack neue Möglichkeiten für die Rathaus-Sanierung zu erkunden, hatten die Fraktionen der Lauterbacher Stadtverordnetenversammlung im März einen gemeinsamen Antrag beschlossen, auf dessen Grundlage das Vorhaben unter städtischer Regie realisiert werden soll. Beschlossen worden war unter anderem, den Magistrat zu beauftragen, Vorschläge zur Sanierung zu erarbeiten. Es sollte geprüft werden, ob sämtliche Abteilungen der Verwaltung im Rathaus („Marktplatz 14“) untergebracht werden können, des Weiteren, ob auf einen Sitzungssaal zu verzichten wäre und alternative Räumlichkeiten für Versammlungen zur Verfügung stehen.

In der Ausschuss-Sitzung skizzierte Mölig knapp die vier Varianten, die er den Fraktionen bereits im Vorfeld schon erläutert hatte. Alle vier Planungen beziehen die Gebäude „Marktplatz 12 und 14“ sowie das angrenzende Gebäude „An der Kirche 1“ (Gesamtfläche rund 1800 Quadratmeter) ein und sehen eine Erreichbarkeit der wichtigsten Etagen über einen Aufzug vor. Bei allen Varianten soll zudem der Eingangsbereich des bisherigen „reinen Verwaltungszweckbaus“ (Architekt Stephan Mölig) transparenter und besucherfreundlicher werden. „Das Rathaus ist das Aushängeschild der Stadt“, sagte der Architekt, das künftige Konzept für die Verwaltung müsse flexibel sein.

Künftig nicht mehr genutzt würde laut den Varianten die Hintergasse 3, in der zurzeit das Bürgerbüro untergebracht ist. Ohne Nutzung bliebe bei allen Varianten zunächst auch das Hohhaus. Der Kostenrahmen bewegt sich bei allen vier Vorschlägen zwischen 3,3 bis 3,7 Millionen Euro, hinzukommen 300 000 Euro für die Ausstattung und rund 100 000 Euro für „Logistik“ – den Umzug der Verwaltung während der Sanierung und die Kosten für die Verwaltung während der Sanierung und die Kosten für die Anmietung von Räumen während dieser Zeit. Wie Mölig ausführte, seien aktuell noch die Schadstoffbelastung und die Statik der Gebäude zu prüfen.

Welche der vier Varianten denn planerisch weiterverfolgt werden soll, hatte der Ausschuss nun zu entscheiden und der in der kommenden Woche, am 2. Oktober, tagenden Stadtverordnetenversammlung als Beschlussvorschlag vorzulegen.

Favorit der Grünen ist Variante drei, bei der die für die Bürger relevanten Bereiche offen und transparent komplett im Erdgeschoss zu finden sind. Favorit der übrigen Fraktionen ist Variante vier, die am wenigsten Eingriffe in die Bausubstanz vorsieht und neben zwei Bürgerbüros auch einen flexibel zu nutzenden Sitzungssaal – oder Multifunktionssaal – im Erdgeschoss beinhaltet.

„Wir wollen ein Haus für Bürger und keine Zergliederung des Bürgerbüros“, forderte Gerhard Herchenröder für die Grünen. Sein Änderungswunsch: Den großen Sitzungssaal zerteilen, in einen größeren Raum für Ausschüsse und einen fürs Bürgerbüro. Da häufig mehrere Ausschüsse zusammen tagten, sei ein größerer Raum vonnöten, fanden die übrigen Fraktionen. „Wenn schon ein Sitzungssaal, dann ein richtiger“, so Jens Mischak (CDU).

Einigung erzielte der HFA schließlich nach längerer Diskussion dahingehend, dass die Planungen für die Rathaussanierung auf Grundlage der Variante vier und mit den von den Grünen gewünschten Änderungen weiterentwickelt werden sollen. Was in dieser Planungsphase problemlos möglich sei, wie Mölig versicherte. Einen von dem Grünen Daniel Schmidt zuvor noch ins Gespräch gebrachten Projektsteuerer für das Vorhaben, sah Architekt Mölig bei dem Auftragsvolumen und der bereits beim Alten Esel gelungenen guten Zusammenarbeit mit der städtischen Bauverwaltung als unnötig an. Zudem verwies er auf Fördermöglichkeiten der Baumaßnahmen und den relativ engen Zeitrahmen, in dem das Planungsprogramm nun auf den Weg gebracht werden sollte.

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