Rathaus-Sanierung: Rathausdach wird eine Weile offen stehen

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  • Juni 13, 2016

RH_neuraum_10(neuraum) Die sogenannte „Dachhaut“ wird derzeit abgetragen, der Dachabbruch erfolgt nächste Woche.

LAUTERBACH – 11.06.2016

Die Sanierung des Lauterbacher Rathauses schreitet voran

(von Claudia Kempf) Viel hat sich in den vergangenen Wochen getan, das wird beim Baustellenbesuch mit Vertretern der Stadt und des zuständigen Architekturbüros neuraum deutlich.
„Das Gerüst für das Gebäude Marktplatz 14 wurde ausgeweitet. Wir haben damit bis nach dem Prämienmarkt gewartet, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten“, berichtet der Projektleiter, Architekt Jörg Saller vom Bauamt der Stadt Lauterbach. Aufgrund der Gerüststellung sei der Durchgang vom Marktplatz zur Hintergasse deshalb für rund drei Monate gesperrt. Der Zugang zur Praxis Martin sei derzeit nur von der Hintergasse aus möglich.

Die Fenster am Marktplatz 12 sind inzwischen komplett entfernt worden. „In der kommenden Woche werden die neuen Fenster eingebaut“, informiert Architekt Christian Diegelmann vom Planungsbüro neuraum. Die Abstimmung mit dem Denkmalschutz bezüglich der denkmalgerechten Ausführung der Fenster sowie der Fassade sei erfolgt. Die Fassade werde verputzt. Diese Ausführung sei auch historisch begründet, da der Marktplatz 12 neben Zeiten einer Verschindelung auch über viele Jahrzehnte verputzt gewesen sei.

Vor wenigen Tagen starteten die Arbeiten am Dach des Gebäudeteils Marktplatz 14: „Zunächst haben die Dachdecker die desolate Schiefereindeckung abgenommen. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Sicherheit für die Arbeiter, da die Dacheindeckung größtenteils sehr marode ist“, erklärt Saller. Parallel finde am Dach die Schadstoffsanierung statt.

Aktuell sind die Zimmerleute mit dem Rückbau des Dachstuhls beschäftigt. „Ein neuralgischer Moment, da das Dach für die nächsten vier bis fünf Wochen offen stehen wird“, wie Saller sagt. Beim Blick vom benachbarten Kirchturm auf das Rathausdach erläutert Architekt Diegelmann, dass das Gebäude aufgrund diverser Sanierungsarbeiten in der Vergangenheit drei verschiedene Dachoberflächen habe: Bitumenschindeln, Naturschiefer und Eternitplatten. Hier müsse deshalb in Teilbereichen eine Asbestsanierung erfolgen.

„Im Zuge der Planung haben wir eine Schadstoffanalyse im gesamten Bau durchführen lassen, um keine Überraschungen zu erleben. Hierzu wurden Materialproben entnommen und untersucht. Ebenso wurden Bauteile geöffnet, um vorhandene Schäden frühzeitig in die Ausführung einplanen zu können. Glücklicherweise wurden hierbei keine Auffälligkeiten festgestellt“, erklärt Saller.

Während der Dacharbeiten sei eine Notabdichtung geplant, jedoch sei es aus den baubetrieblichen Abläufen heraus und insbesondere aus Kostengründen gut, diese nur in eingeschränktem Maße auszuführen. Sicherheit gehe aber auch hier vor, gerade bei so unsicheren und unkalkulierbaren Wetterereignissen wie in den vergangenen Tagen. „Das Wetter ist in diesem Jahr schwer einzuschätzen. Man hätte das Dach des Marktplatzes 14 auch durchaus früher angehen können, wenn die Witterung es zugelassen hätte“, erklärt er. „Dennoch liegen wir derzeit voll im Zeit- und Kostenplan, da sich die Hauptarbeiten bisher auf den Innenbereich konzentriert haben.“ Außerdem sei der Plan gewesen, dass erst das ehemalige „AKA“ fertiggestellt sein sollte, um nicht noch mehr Einschränkungen auf dem Marktplatz zu haben.

Mit der Öffnung des Daches werde nun auch der konstruktive Teil des Aufzuges eingebracht. Dieser werde in Holzbauweise und in einzelnen Elementen über das Dach in die vorbereiteten Durchbrüche zwischen den Geschossen mit einem Kran eingehoben. „Im Inneren gehen nun auch die Arbeiten im Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro weiter. Aktuell wird die alte Heizungsanlage zurückgebaut, und es werden die Durchbrüche für die Installationen in den Geschossen bzw. über die Geschosse vorbereitet. Nach den Dacharbeiten sollen dann in etwa sieben bis acht Wochen die Fenster eingebaut und anschließend die ersten Fassadenarbeiten vorgenommen werden“, kündigt Saller an. Das neue Dach werde ein dunkles Ziegeldach sein und nur noch im hinteren Bereich Gauben aufweisen. Die bestehenden würden erneuert und vergrößert, die vorderen (zur Marktplatzseite) entfielen.

Ziel sei nach wie vor, ab Mitte kommenden Jahres mit der Logistik, das heißt mit dem Rückumzug der Verwaltung, zu beginnen. Ein Hauptaugenmerk werde dann auch auf organisatorische Neuerungen gelegt.

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RH_neuraum11(neuraum) Komplett eingerüstet sind die Gebäude Marktplatz 12 und 14.