Rathaus-Sanierung: neuraum erhält Auftrag

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  • Juli 30, 2015

P1050322LAUTERBACH – 29.07.2015

Auftrag bleibt in Lauterbach / Baugenehmigung liegt vor

(cke). In den Fluren und Büros des Lauterbacher Rathauses ist es still geworden, seitdem der große Umzug der Abteilungen im Frühjahr vonstatten ging. Nur an der Pforte und im Umfeld des Bürgermeister-Dienstzimmers sind noch ein paar wenige Arbeitsplätze besetzt. Doch auch hier werden derzeit die Umzugskisten vorbereitet, denn so schnell wie möglich sollen die Sanierungsarbeiten im Rathaus nun starten. Seit Anfang Juli liegt die Baugenehmigung für den Umbau vor, seit Montag steht auch fest, wer den Zuschlag für die EU-weit ausgeschriebenen Architektenleistungen bekommen hat: Der Lauterbacher Architekt Stephan Mölig vom Büro Neuraum wird den Auftrag erhalten, der im Vorfeld auch die bisherige Planung für die Sanierung und den Umbau erstellt hat. Dass er den Zuschlag bekommen würde, war keinesweg sicher gewesen, denn aufgrund der veranschlagten Kosten für die Maßnahme, die die Gebäude Marktplatz 12 und 14 beinhaltet, musste europaweit nach der Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) ausgeschrieben werden, wie Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller und Jörg Saller vom Bauamt der Stadt auf LA-Anfrage erklären.

Ausgeschrieben wurden die Arbeiten im April in der Hessischen Ausschreibungsdatenbank, so dass interessierte Büros die Gelegenheit hatten, sich bis Anfang Juni zu bewerben. „Wir hatten insgesamt sieben Bewerbungen, ein Büro wurde im Bewertungsverfahren nicht zugelassen, da die Unterlagen nicht fristgerecht eingingen“, informiert der Rathauschef. Die Vertreter der sechs zugelassenen Büros hätten sich allesamt einer Bewertungskommission vorgestellt – bestehend aus Bürgermeister, Klaus Wahl und Jörg Saller vom Bauamt sowie Hans-Helmut Möller vom Büro des Bürgermeisters sowie Stadtverordnetenvorsteher Lothar Pietsch. Im Bewertungsverfahren angewendet worden sei eine von der Nassauischen Heimstätte erstellte Matrix, die das Projekt insgesamt auch fachlich begleite.

Alle Büros seien über den Ausgang des Verfahrens zeitnah informiert worden, sagt Vollmöller. Widersprüche, für die die Frist in der Nacht zum Montag abgelaufen sei, habe es keine gegeben.

Voll des Lobes sind die städtischen Vertreter für die schnelle Bearbeitung des Bauantrages durch das Kreisbauamt.

Nächste Planungsschritte sind laut Jörg Saller zunächst die baufachliche Prüfung durch die WI-Bank in Frankfurt, mit der ermittelt wird, ob der Plan auch den Kriterien entspricht, die für das Ausschöpfen aller möglichen Fördermittel nötig sind. „Daneben läuft auf Hochdruck die Fachplanung“, informiert Saller, die unter anderem ein Brandschutz- und Energiekonzept, die Statik und auch Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärmaßnahmen beinhalte.

Bis spätestens Anfang Oktober müssen die ersten Baumaßnahmen erfolgen, da Fördergelder aus dem Bereich der Altstadtsanierung von rund 300 000 Euro noch in diesem Jahr verausgabt werden müssen. Erste Maßnahmen im großen Gesamtpaket sollen der Einbau eines Aufzugs und die Sanierung des maroden Daches sein.

„Variante V“

Die Lauterbacher Stadtverordneten hatten im Dezember grünes Licht für das insgesamt rund 3,6 Millionen Euro teure Projekt gegeben. Nachdem die Lauterbacher Kommunalpolitik sich in der Vergangenheit mit mehreren Planungsvarianten für die Rathaus-Sanierung befasst hatte, war schließlich die endgültige Entscheidung für die „Variante V“ gefallen, bei der künftig die beiden Gebäude Marktplatz 12 und 14 für die Verwaltung genutzt werden. Das Rathaus soll saniert, energetisch auf den neuesten Stand gebracht und außerdem barrierefrei erschlossen werden. Die Immobilien Hintergasse 3, An der Kirche 1 und die Stadtmühle sollen in der Folge aufgegeben und verkauft werden.Insgesamt rund eine Million Euro Fördermittel verspricht man sich seitens der Stadt für das Projekt: 300 000 Euro aus dem Stadtumbau-Programm und 700 000 Euro aus dem Programm „Modernisierung von kommunalen Nicht-Wohngebäuden“. Zudem stehen zinsgünstige Darlehen (0,1 Prozent Zinsen) in Höhe zwischen 600- und 800 000 Euro über die KFW-Bank zur Verfügung.

Im neuen Rathaus, dessen vier Geschosse alle per Aufzug erreichbar sein werden, wird es künftig keinen Sitzungssaal mehr geben. An dessen Stelle werden dann Bürgerbüro und Touristinfo zu finden sein. Das Dienstzimmer des Bürgermeisters wird im ersten Stock bleiben. Hier wird es auch weiterhin ein Besprechungszimmer geben, das darüber hinaus auch als Trauzimmer fungieren soll. Die Gebäude Marktplatz 12 und 14 werden durch Übergänge miteinander verbunden sein.

Während der Zeit der Umbau- und Sanierungsarbeiten bis 2017 sind sämtliche städtischen Abteilungen entweder bei den Stadtwerken oder in anderen städtischen Gebäuden untergebracht.

Ein historischer Moment wartet noch auf die Mitglieder der Lauterbacher Stadtverordnetenversammlung: Am Donnerstag, 1. Oktober, wird sie letztmals im alten Sitzungssaal des Rathauses tagen, der verschwinden wird. Künftig sollen die Sitzungen, laut Hans-Helmut Möller vom Bürgerbüro in der Aula des Gymnasiums stattfinden.

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