Rathaus-Sanierung: Im September soll es los gehen

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  • Dezember 05, 2014

LAUTERBACH – 05.12.2014

Architekt Stephan Mölig zu den Plänen für das Lauterbacher Rathaus

(bl). Es ist ein ambitionierter Zeitplan, „aber durchaus ausführbar, wenn alle ihre Hausaufgaben machen“: Geht es nach Architekt Stephan Mölig vom Planungsbüro neuraum, dann soll Mitte September 2015 – „noch besser wäre der 1. September“ – mit den Arbeiten zur Sanierung des Lauterbacher Rathauses begonnen werden. Dabei handelt es sich um die beiden Gebäude Marktplatz 12 und 14; insgesamt ist das Projekt mit Bruttokosten von 3,64 Millionen Euro veranschlagt. Details der Planung stellte Mölig am Mittwochabend den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung vor, die sich einhellig für diese so genannte „Variante V“ aussprachen (der LA berichtete bereits in seiner Donnerstagausgabe). Das letzte Wort hat am 11. Dezember das Stadtparlament.

Das Rathaus soll saniert, energetisch auf den neuesten Stand und außerdem barrierefrei erschlossen werden. Die Immobilien Hintergasse 3, An der Kirche 1 und die Stadtmühle sollen aufgegeben und verkauft werden – allerdings erst nach dem Rathausumbau, da die Gebäude zumindest teilweise während der Bauphase als Ausweichquartier für die Verwaltung genutzt werden sollen.

In den vergangenen Wochen habe man versucht, so Mölig, „die ganze Verwaltung unter einem Dach unterzukriegen, und wir sind froh, dass es funktioniert“. Ziel des Ganzen solle auch sein, die Verwaltung „offener und bürgernäher“ zu machen, was unter anderem durch verglaste Räumlichkeiten (mit Ausnahme des Bürgermeister-Dienstzimmers) und somit durch eine visuelle Kommunikation erreicht werden soll. In diesem Punkt gebe es noch unterschiedliche Auffassungen zwischen dem Personalrat und ihm, räumte Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller auf Nachfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Berthold Habermehl ein. Das Ebelzimmer werde übrigens Trauzimmer und Besprechungszimmer bleiben.

Als „richtig gut“ wertete für die Grünen Daniel Schmidt die planerischen Vorstellungen Möligs und zeigte sich besonders angetan von der „sehr kompakten und transparenten“ Verwaltung, die durch den Umbau erreicht werden solle. Es handele sich dabei um eine „zeitgemäße Büroarchitektur“, so Schmidt, der nur eines bemängelte: Das Ziel, rund 20 Prozent an Energie einzusparen (die jährlichen Kosten für Strom und Gas liegen derzeit bei rund 31 000 Euro), sei nicht ambitioniert genug. „Wir müssen ausreizen, was machbar ist“, betonte der Kommunalpolitiker und nannte als Richtwerte Einsparziele von bis zu 60 Prozent bei Wärme und 40 Prozent bei Strom. Darauf Mölig: „Wir schauen schon, was machbar ist und haben die Marke von 20 Prozent zunächst erstmal so angenommen. Aber es werden mit den geplanten Dämmungsmaßnahmen und mit dem Blockheizkraftwerk als Energielieferant sicher mehr sein“.

Für die CDU wies deren Fraktionschef Dr. Jens Mischak darauf hin, dass man schon dadurch einspare, „wenn wir drei Gebäude nicht mehr mit der Verwaltung besetzt haben“ – zumindest bei zwei Objekten gebe es ja wohl gute Aussichten, diese zu veräußern.

Wenn der Beschluss der Stadtverordneten steht, werde man sofort loslegen können, skizzierte Mölig den Zeitplan. Mitte Dezember sollen dann die nötigen Förderanträge gestellt und der Denkmalschutz intensiv eingebunden werden. Zwar habe er hier schon Vorgespräche geführt und signalisiert bekommen, dass die Behörde weniger am Innenleben als vielmehr am Außenbereich (Fenster, Dach) interessiert sei. Am 15. März 2015 solle der letztendliche Entwurf in den Gremien präsentiert und eine Feinabstimmung vorgenommen werden, parallel dazu der Bauantrag gestellt werden. Mit dem Rücklauf der ersten Ausschreibungen sei bis zum 15. August kommenden Jahres zu rechnen, danach Wertung und Auftragsvergabe. Der Baubeginn sei dann – wie erwähnt – für den 15. September terminiert.

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