Rathaus-Sanierung: Freundliches Gelb fürs Rathaus

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  • November 16, 2016

RH_neuraum14Zwei leicht unterschiedliche Probefarben sind derzeit auf die Rathaus-Fassade aufgetragen. (Foto: neuraum)

LAUTERBACH – 16.11.2016

Farbabstimmung bei Ortstermin / Zwei Farbtöne zur Probe aufgetragen

(mgg) Eine gelbe Fassade soll das Lauterbacher Rathaus künftig haben. Zwei leicht unterschiedliche Gelbtöne sind momentan auf der Marktplatzseite zur Probe aufgetragen. Am Montag trafen sich Vertreter der Stadt, der unteren Denkmalschutzbehörde und des Architekturbüros neuraum, um sich für einen Farbton zu entscheiden. Die Wahl fiel vorläufig auf den helleren Farbton des linken Teils.

Der mittlere Teil der Fassade hat mehr Ocker. Der rechte Teil ist noch grau. Für die Stadt kamen am Montag Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller und Erster Stadtrat Lothar Pietsch sowie Jörg Saller vom Bauamt und Auszubildende Sara Schmidt. Die Denkmalschutzbehörde war vertreten durch Amtsleiter Bernhard Hofmann und durch Thomas Rath. Für neuraum kamen Inhaber Stephan Mölig und Bauleiter Christian Diegelmann.

Bisher hatte das Rathaus immer einen roten Putz – nicht nur nach der Sanierung in den 1960er Jahren, sondern auch vorher, wie Architekt Stephan Mölig erläutert. Für die Sanierung hat er nun jenen Gelbton vorgeschlagen. Nach seinen Worten war diese Farbe weit verbreitet, als das Rathaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Zugleich wirke das Gelb laut Farbenlehre freundlich, warm, aktiv und anregend, so der Architekt. Mölig wie Vollmöller bekundeten beim Besichtigungstermin, dass sie das vorherige Rot als abweisend empfunden hätten.

Mölig erläutert weiter, der Marktplatz solle insgesamt freundlicher werden. Der hellere Ton des linken Drittels der Rathaus-Fassade sei konsequenter als der in der Mitte, außerdem höben sich mit ihm die Sandsteingewände deutlicher ab. Durch den Gelbton komme das Gebäude räumlich ein bisschen mehr nach vorne, so Mölig. Das unterstreiche, dass das Rathaus neben der Kirche das wichtigste Bauwerk des Marktplatzes sei. Zugleich werde die Farbe durch die Ocker-Anteile geerdet. Zwischen den beiden zentralen Gebäuden stehe das Haus „Marktplatz 12“, das einen beruhigenden Grauton bekommen habe.

Hausnummer 12 nähert sich an die frühere Optik des Gebäudes an, das Bildern zufolge noch Anfang des 20. Jahrhunderts verputzt war. Das Rathaus dagegen ist nach Möligs Einschätzung nicht mehr so wiederherzustellen, wie es vor dem Umbau in den Sechzigern war. Denn damals verschwanden viele der dekorativen Sandsteinelemente. Da gelte es, zu sehen, was die Farbe des Rathauses heute aussagen solle, so Stephan Mölig.

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