Rathaus-Sanierung: Endspurt im Lauterbacher Rathaus

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  • Oktober 06, 2017

RHneuraum23(Foto: neuraum)

LAUTERBACH – 23.09.2017

Umzug in neu gestaltete Verwaltungsgebäude beginnt am 6. November

(Kempf) Über zwei Jahre ist es her, dass die Abteilungen der Lauterbacher Stadtverwaltung aus dem sanierungsbedürftigen Verwaltungssitz ausziehen und in provisorischen Büros in der Hintergasse und bei den Stadtwerken einziehen mussten.In Kürze steht für sie wieder ein Umzug an: In ein modernes Rathaus mit ansprechendem Empfang, hellen, modernen Büros und Aufenthaltsräumen. Der Logistikplan für den Rückumzug steht, wie Jörg Saller, der zuständige Fachbereichsleiter vom städtischen Bauamt, erklärt. Ab dem 6. November geht es los. Seit klar ist, dass in die derzeit von der Verwaltung genutzte Immobilie in der Hintergasse 3 Ende des Jahres 40 Finanzamtsmitarbeiter einziehen werden, gibt es kein Verschieben mehr. „Mit dem Umzug im November werden wir dann auch die Räumlichkeiten in der Hintergasse herrichten und auf die Erfordernisse des Finanzamtes abstimmen. Die Finanzbeamten werden dann unmittelbar nach dem Auszug ab Anfang Dezember in die Räumlichkeiten der Hintergasse einziehen“, informiert Saller.

Wie hell und modern das neue Rathaus aussehen wird, ist schon jetzt erkennbar. Obwohl noch an fast allen Stellen gewerkelt wird. „Bei den derzeit laufenden Arbeiten kann man sich das fertige Ergebnis Tag für Tag mehr vorstellen, und wir sind uns sicher, dass alle einen modernen, zeitgemäßen Arbeitsplatz in angenehmer Atmosphäre haben werden“, ist Saller überzeugt.

Von den rund 3,8 Millionen Euro Baukosten für die Rathaussanierung werden rund zwei Millionen Euro aus Mitteln des „Stadtumbau“, der „Kommunalen Nichtwohngebäude“ (Wi-Bank), dem Programm „Energetisch Sanieren“ (KfW) und der Altstadtsanierung finanziert.

Der Trockenbau befindet sich in der Schlussphase, die Türen werden gerade eingebaut, viele Büros sind bereits verputzt oder tapeziert und angestrichen. Die Sanitärbereiche sind gefliest und die Fertiginstallationen mit Schaltern, Steckdosen, Heizkörpern und Sanitärobjekten laufen. Von oben nach unten wird der Bau Schritt für Schritt fertiggestellt und gereinigt.

In dieser Woche hat der Magistrat den Auftrag für die Möblierung der Büros vergeben. Ein Posten von 235 000 Euro. Hoch waren die dafür in einer Matrix festgelegten Anforderungen für die Ausstattung der insgesamt 49 Arbeitsplätze. Wie Saller informiert seien drei Anbieter in die engere Wahl gekommen, die von einer fünfköpfigen Arbeitsgruppe aus der Verwaltung persönlich besucht wurden. „Wir haben bei diesen Probe gesessen und die Wahl fiel letztendlich auf die Firma Knorz in Wetzlar, die unserer Meinung nach die qualitativ hochwertigsten Möbel angeboten hat“, sagt der Projektleiter. Denn auch bei der Büroausstattung sei Nachhaltigkeit entscheidend, betont Rathauschef Rainer-Hans Vollmöller. Denn die müsse mindestens für die nächsten 50 Jahre halten. Die Schreibtische werden künftig höhenverstellbar sein und können bei Bedarf sogar im Stehen als Schreibpulte dienen. Auch die Stühle erfüllen alle ergonomischen Anforderungen. „Unter dem Motto der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsprävention hat der Magistrat entschieden, allen Mitarbeitern höhenverstellbare Schreibtische und rückenstabilisierende Bürostühle anzubieten“, betont Saller. Bereits Ende Oktober soll das neue Mobiliar geliefert und aufgebaut werden. Dass das klappt, sei eine wichtige Voraussetzung für einen Umzug nach Plan.

Wer künftig das neue Rathaus betritt, wird dies mit einem gänzlich anderen Gefühl tun. Denn ihn erwartet dann kein verlassener dunkler Flur mehr, sondern ein heller freundlicher Empfangsbereich mit vier Arbeitsplätzen in einem offenen Raum mit Theke. Für persönliche Angelegenheiten gibt es daran angeschlossen separate Büroräume, die mit Glasfronten versehen sind. Fliesen aus Naturstein werden im Eingangsbereich als „Wegweiserkreuz“ angeordnet. Der übrige Boden des Rathauses wird aus hellen Eiche-Dielen bestehen. „Dem Vorschlag von Bürgermeister Vollmöller folgend sind die Fußböden des Erdgeschosses mit einer Mosaikfliese geplant. Diese wird als Spiegel im Foyer, linker Hand zum Stadtempfang und auch rechts zum Aufzug verlegt“, konkretisiert Saller.

Noch im September soll das Eingangsportal erneuert werden, die Erdgeschossfassade wird außen abschließend verputzt und gestrichen. „Parallel dazu beginnen wir die Außenanlagen herzurichten und auch die Beleuchtung der Fassade in den Boden einzubauen“, sagt Saller. Neben dem Haupteingang wird es im rückwärtigen Bereich des Gebäudes einen Personaleingang und einen barrierefreien Zugang geben, der direkt auch zum neu eingebauten Aufzug führt, der die verschiedenen Etagen erschließt.

Kurze Wege – unter diesem Motto wurde auch die Verbindung der beiden Gebäudeteile Marktplatz 12 und 14 gestaltet. Auf jedem Geschoss gibt es jetzt eine Querverbindung. Auf den Fluren wird der Besucher künftig auch nicht mehr vor undurchsichtigen schweren Holztüren stehen, sondern vor vollverglasten Türen, die einen Blickkontakt mit den städtischen Mitarbeitern ermöglichen. Außerdem sind auf den Fluren unweit der Treppe Monitore angebracht, die anzeigen, wo was zu erledigen ist. Im ganzen Haus wird es W-Lan geben.

Auch energetisch ist das sanierte Rathaus auf dem neuesten Stand, wie sich Saller und Vollmöller freuen. Eine moderne Gebäudetechnik regelt Heizung, Jalousien und Licht. Nachts sorgt eine Lüftungsanlage für die Rückkühlung des Gebäudes. Sämtliche Fenster weisen eine Dreifachverglasung auf, die Außenfassaden beider Gebäudeteile sind komplett neu gedämmt. „80 Prozent der Energie erzeugen wir aus Biomasse über unsere Pelletheizung, der Rest kommt von einer Gas-Brennwerttherme. Überall im Haus haben wir LED-Technik“, betont der Projektleiter.

Zu den wenigen Dingen, die geblieben sind, zählt die alte Treppe, die – hier und da aufgearbeitet – im Kontrast zum modernen Chic des neuen Verwaltungsgebäudes für ein wenig „Retrocharme“ sorgen wird.

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