Rathaus-Sanierung: Bis Ende April ist das Rathaus geräumt

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  • April 09, 2015

LAUTERBACH – 27.03.2015

Bauantrag wird gestellt / Ausschreibung europaweit

(cke). Die Zeit feuchter Wände, zugiger Fenster und des undichten Daches soll bald ein Ende haben Das 1870 erbaute und 1965 letztmalig renovierte Lauterbacher Rathaus sowie das angrenzende Fachwerkhaus Marktplatz 12 werden nach jahrelanger Diskussion endlich saniert. Die Lauterbacher Stadtverordneten gaben im Dezember grünes Licht für das insgesamt rund 3,6 Millionen Euro teure Projekt. Derzeit ist die Stadverwaltung dabei, die Büros zu räumen, rund 1500 Umzugskartons füllen die Akten.
Ein Großteil der Abteilungen ist bereits in den neuen Quartieren. Die Finanzabteilung ist bei den Stadtwerken Hinter dem Spittel im zweiten Obergeschoss eingezogen, die Personalabteilung im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in der Bleichstrasse 14. Alle anderen Abteilungen sind für die Zeit der Sanierung in der Hintergasse 3, dem Haus, in dem auch das Bürgerbüro untergebracht ist, zu finden. Dort ist der mittlere Eingang, der früher zum Jugendcafé führte, der Haupteingang. Die Wege zu den Abteilungen sind ausgeschildert. Der unter anderem fürs Stadtleben zuständige Fachbereichsleiter Erwin Fauß ist im Tourist-Center Stadtmühle anzutreffen.
Die letzte Abteilung, die bis Ende April ihre Büros geräumt haben wird, ist die Bauabteilung, wie deren Leiter Klaus Wahl informiert. „Der Letzte, der sein Büro ausräumt, ist der Bürgermeister“, sagt Erster Stadtrat Horst Hennenberg, der in Abwesenheit des Rathauschefs derzeit die Amtsgeschäfte führt. Der Kapitän gehe sozusagen als letzter von Bord.
Wie es mit dem Vorhaben dann weitergeht, weiß Architekt Stephan Mölig, der die bisherige Planung für die Sanierung und den Umbau erstellt hat. Ambitioniert ist der Zeitplan, den er vorgibt, denn bereits im September soll Baubeginn sein. „Fördergelder von rund 300 000 Euro müssen noch in diesem Jahr verausgabt werden“, sagt Mölig. Erste Maßnahmen im großen Gesamtpaket sind aller Voraussicht nach der Einbau des Aufzugs und die Sanierung des Dachs.
Bis Mitte April soll der Bauantrag gestellt werden, über den innerhalb von drei Monaten, vom Kreisbauamt entschieden werden muss. „Aktuell arbeiten wir zusammem mit Stefan Winter von bauart an einem Brandschutzkonzept, das ist das Wichtigste“, so Mölig. Nach der Genehmigung des Bauantrags erfolge die Ausschreibung sämtlicher Arbeiten. „Alles wird europweit gemäß Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) ausgeschrieben, auch die Architekturleistungen“, sagt der Lauterbacher Architekt, der aufgrund dieser Tatsache selber noch gar nicht weiß, ob er den von ihm gefertigten Sanierungsplan am Ende auch wirklich selber umsetzen und begleiten wird. Begleitet von der Hessisch Nassauischen Heimstätte wird der Magistrat der Stadt dann über die Auftragsvergabe der Arbeiten entscheiden.
Nachdem die Lauterbacher Kommunalpolitik sich in der Vergangenheit mit mehreren Planungsvarianten für die Rathaus-Sanierung befasst hatte, war im Dezember schließlich die endgültige Entscheidung für die „Variante V“ gefallen, bei der künftig die beiden Gebäude Marktplatz 12 und 14 als Verwaltung genutzt werden.
Das Rathaus soll saniert, energetisch auf den neuesten Stand gebracht und außerdem barrierefrei erschlossen werden. Die Immobilien Hintergasse 3, An der Kirche 1 und die Stadtmühle sollen in der Folge aufgegeben und verkauft werden.
Insgesamt rund eine Million Euro Fördermittel verspricht man sich seitens der Stadt für das Projekt: 300 000 Euro aus dem Stadtumbau-Prograumm und 700 000 Euro aus dem Programm „Modernisierung von kommunalen Nichtwohngebäuden“. Laut Architekt Stephan Mölig stehen zudem zinsgünstige Darlehen (0,1 Prozent Zinsen) in Höhe zwischen 600 und 800 000 Euro über die KfW-Bank zur Verfügung.
Im neuen Rathaus, dessen vier Geschosse alle per Aufzug erreichbar sein werden, wird es künftig keinen Sitzungssaal mehr geben. An dessen Stelle werden dann Bürgerbüro und Touristinfo zu finden sein. Das Dienstzimmer des Bürgermeisters wird im ersten Stock bleiben. Hier wird es auch weiterhin ein Besprechungszimmer geben, das darüber hinaus auch als Trauzimmer fungieren soll. Die Gebäude Marktplatz 12 und 14 werden durch Übergänge miteinander verbunden sein.

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