Neues Zentrum für berufliche Bildung: Kompass Leben eröffnet mit „Campus“

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  • Dezember 06, 2018

Das „Team campus“ (von links): Johannes Bonnard, Michael Dippel, Anne Wenzl, Martin Möller, Landrat Manfred Görig, Katja Diehl, Frank Haberzettl, Architekt Stephan Mölig, Jan Ludewig. (Foto: privat)

LAUTERBACH – 13.11.2018

Unterstützung für die, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben

(pm) Mit derzeit etwa 50 Menschen in Ausbildung ist Kompass Leben ein bedeutender Mitspieler auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Die Menschen, die hier das Fundament für ihre berufliche Zukunft legen, sind in der Regel Menschen mit Unterstützungsbedarf – Menschen mit geistiger Behinderung oder mit einem psychosozialen Krankheitsbild. Für sie bietet der soziale Dienstleister im Vogelsberg nun eine deutlich bessere Ausgangsposition, denn mit „Campus“, dem neuen Zentrum für berufliche Bildung, setzt Kompass Leben e.V. seinen Weg hin zu einem klientenzentrierten Angebot fort, getreu der Philosophie des Hauses: „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“

Mit diesen Worten eröffnete Katja Diehl, Vorstandsvorsitzende von Kompass Leben e.V., am Donnerstagvormittag die neuen Räume von Campus in der Lauterbacher Lindenstraße. Zu der Feier erschienen waren neben Landrat Manfred Görig und Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller auch Stephan Möllig und Stefan Kern vom ausführenden Architekturbüro Neuraum. Im interessierten Publikum traf man auf zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der hiesigen Schulen, was die Vorstandsvorsitzende hocherfreut zur Kenntnis nahm, denn: „Mit der Kooperation mit Schulen fängt alles an: Den Übergang von Schule zu Beruf sehen wir als eine Brücke, die wir gerne gemeinsam mit Menschen gehen möchten, die Unterstützung benötigen.“ Gerade für Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten könne Campus gute Angebote darstellen, die Alternativen zu vielen rein schulischen Maßnahmen sein könnten, so Diehl.

Wie das Konzept in der Praxis aussieht, erläuterte im Anschluss Diehls Vorstandskollege Frank Haberzettl den interessierten Gästen. Er ging dabei zunächst auf das Procedere des Eingangsverfahrens ein, in dem nach gezielter Diagnostik gemeinsam berufliche Ziele entwickelt werden und ein Eingliederungsplan erstellt wird. In dem anschließenden Berufsbildungsbereich stehen am Anfang Praktika und die Berufswegeplanung, danach wird ein Ausbildungsplatz gesucht – in einer Einrichtung von Kompass Leben oder in einem externen Unternehmen. Im Campus werden begleitend zur praktischen Ausbildung arbeitstheoretische Grundlagen – analog der Berufsschule – sowie aufbauende Qualifizierung und übergreifende Kompetenzbildung angeboten.

„Wichtig ist zum einen, dass wir unseren Klienten eine größtmögliche Normalität bieten und dennoch ihre besonderen Bedürfnisse nicht außer Acht lassen“, so Haberzettl. Nach zweijähriger Berufsbildung sollte der Klient eine Ausbildung oder eine oder mehrere Teilqualifizierungen abgeschlossen haben und somit sowohl seine Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt als auch sein Recht auf Teilhabe auf eine stabile Basis stellen können. In der Perspektive ist vorgesehen, dass sowohl IHK als auch die Handwerkskammern unsere Ausbildung oder Module daraus anerkennen können“; unterstrich der Vorstand, der betonte, dass Absolventen von Campus durchaus auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt geeignet seien.

Während eines kleinen Rundgangs in den nigelnagelneuen Räumen konnten die Gäste sich erste Eindrücke holen – von der Diagnostik bis hin zu Schulungs- und Kreativräumen. Auch die Cafeteria zeigte sich einsatzbereit. Hier bot sich für die Fachleute aus den verschiedensten Einrichtungen noch die Möglichkeit zu dem einen oder anderen Gespräch. Schon in der kommenden Woche wird der Betrieb am Campus starten – Lauterbach und damit der ganze Vogelsberg sind um eine wichtige Bildungseinrichtung reicher.

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