Hessischer Denkmalschutzpreis 2013 für den „Alten Esel“

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  • Juli 16, 2013

news-0002-01Denkmalschutzpreis 2013 – Stadt Lauterbach gestern für vorbildliches Sanierungsobjekt ausgezeichnet

(cke). Die Stadt Lauterbach erhielt gestern den Hessischen Denkmalschutzpreis 2013 für die gelungene Sanierung des „Alten Esel“ in der Obergasse, in dem neben der Stadtbücherei künftig die Volkshochschule und die Musikkulturschule beheimatet sind. „Die Stadt hat mit der Sanierung dieses Objektes städtebauliche Akzente gesetzt, sie hat damit gezeigt, dass sanierte Denkmäler auch sinnvoll genutzt werden können“, lobte der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Professor Gerd Weiß, in seiner Laudatio. Die Preisverleihung an die Stadt Lauterbach sowie an sieben weitere Preisträger fand gestern in feierlichem Rahmen in der Wetzlarer Musikschule statt – ebenfalls mehrere hundert Jahre alte ehrwürdige Mauern, wie Dr. Heinz-Georg Sundermann, der Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft Hessen, erklärte, die alljährlich das Preisgeld aus Erlösen der Sofortlotterie – Rubbellose – für den Wettbewerb stiftet.

Insgesamt 30 Vorschläge waren für den Denkmalschutzpreis in diesem Jahr beim Landesamt für Denkmalpflege eingegangen. Das Lauterbacher Gebäude war von Ansgar Brockmann, dem Bezirkskonservator beim Landesamt für Denkmalpflege, vorgeschlagen worden, der gestern ebenso in Wetzlar weilte wie die zuständigen Fachleute der Unteren Denkmalschutzbehörde des Vogelsbergkreises, Bernhard Hofmann und Thomas Rath, sowie die beiden Architekten Stephan Mölig und Christian Diegelmann, die die Sanierung des „Alten Esel“ im Auftrag der Stadt in den zurückliegenden beiden Jahren kompetent betreut hatten. Repräsentanten der Stadt bei der Preisverleihung waren neben Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Pietsch auch die mit dem Sanierungsobjekt maßgeblich befassten Bauamtsmitarbeiter Klaus Wahl und Jörg Saller sowie Erwin Fauß.

„Normale Denkmäler prägen unseren Alltag, ihre Pflege dient dem Erhalt der Kulturlandschaft“, würdigte Weiß die Preisträger und dankte für die finanzielle Unterstützung der Denkmalpflege durch das Land. Investive Mittel seien immer auch gut für das Handwerk und die Wirtschaft allgemein.

Und Lotterie-Geschäftsführer Sundermann betonte, dass es Kreativität und Engagements gerade in strukturschwachen Regionen bedürfe, um den Abbruch von Kulturdenkmälern zu verhindern. Das Wort „Denkmal“ sei ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern bestehe, zitierte Sundermann den österreichischen Kabarettisten Fritz Grünbaum und warb für die Teilnahme an der Lotterie: „Rubbeln Sie und leisten mit jedem Los einen Beitrag zur Denkmalpflege.“

Nicht wie geplant Kultusministerin Eva Kühne-Hörmann nahm schließlich die Preisverleihung vor, sondern der Staatssekretär des Hessischen Justizministeriums, Dr. Rudolf Kriszeleit, der die terminlich verhinderte Ministerin vertrat. „Denkmalschutz dient dem Erhalt der Bausubstanz und der Bewusstmachung der Vergangenheit“, sagte Kriszeleit und würdigte neben der öffentlichen Hand, die den Denkmalschutz fördere, auch die vielfältigen Leistungen von Privatleuten in diesem Bereich. Die für den Wettbewerb eingegangenen Vorschläge aus allen Regionen Hessens verdienten eigentlich alle einen Preis.

Aus den Händen von Professor Weiß und Staatssekretär Kriszeleit durfte Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller schließlich den Denkmalschutzpreis „für vorbildlichen Einsatz bei der Erhaltung hessischer Kulturdenkmäler“ entgegennehmen. Eine Geldzuwendung war für die Stadt damit nicht verbunden. Die vier vorgesehenen Geldpreise gingen allesamt an private Sanierer. Für die Stadt gab es neben einer Urkunde auch eine Hinweis-Tafel, die künftig im preisgekrönten Esel ihren Platz finden wird.

„Unser langer Weg, der manchmal auch recht schwierig war, hat sich am Ende doch gelohnt“, freuten sich Rainer-Hans Vollmöller und Lothar Pietsch. „Der Preis würdigt das städtische Konzept inhaltlich und städtebaulich, im Alten Esel zentral zugänglich drei Bildungseinrichtungen zu installieren“, sagte der Rathauschef. Sein Dank galt allen an der erfolgreichen Umsetzung des Projektes Beteiligten. „Wir können insgesamt mit Stolz auf dieses Objekt blicken.“

Auch die beiden „Neuraum“-Architekten Stephan Mölig und Christian Diegelmann freuten sich über den Preis für die Stadt, der aber auch für sie selber eine schöne Bestätigung ihrer Arbeit sei.

Weitere Preisträger Weitere Denkmalschutzpreise gingen an die Stadt Wetzlar für die Sanierung des „Palais Papius“ sowie an Privatleute für die Sanierung des Bassenheimer Schlosses in Schmitten, die Alte Mainzer Kellerei in Stadtallendorf, das Historische Bürgerhaus in Eltville, den Bauernhof Hakenhof in Hauneck sowie ein Wohnhaus in Walldorf und eine ehemalige Apotheke in Frankfurt aus den 50er Jahren.

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