Haus am Kirschberg: Nächstes Etappenziel erreicht

  • 4
  • März 31, 2016

neuraum_p051_11neuraum_p051_12

 

Fotos: neuraum

LAUTERBACH – 30.03.2016

Richtfest für das neue Haus der Kinder, das wohl im Dezember fertig wird


(ti) Es ist ein ganz besonderes Haus, der Neubau am Haus am Kirschberg. Hessenweit hat es ein einzigartiges Konzept für die intensive Betreuung von Müttern über 20 Jahre und ihrer Kinder. Vor zehn Monaten war der Spatenstich für das 1,5 Millionen Euro-Projekt erfolgt, gestern wurde Richtfest gefeiert. Den Richtspruch sprach David Ruhl, Zimmermannsmeister bei der Firma Staubach. „Die Maurer und Zimmerleut‘, die haben fürwahr keine Mühe gescheut, sie haben gehauen, gemessen, gericht‘, bis alles hatte ein gutes Gesicht. Auch deren sei nun noch gedacht, die treu am Bau hier mitgemacht. Mit Sägen, Hacken, Meisel, Graben und auch ihr Bestes dazu gaben.“ Mit dem Glas, das er den anwesenden Gäste vor die Füße warf, weihte er das Haus nach alter Handwerkssitte.

Der neue Geschäftsführer Tobias Hoffmann, freute sich, dass nun das nächste Etappenziel erreicht sei und hatte auch ein Schild mit Bob, dem Baumeister, mitgebracht, dessen Motto „Yo, wir schaffen das“ ist. Dieser sei schon Aufhänger beim Spatenstich gewesen, „deswegen ist er auch jetzt wieder dabei“, erklärte Hoffmann und bedankte sich: „Von allen Seiten haben wir viel Unterstützung erhalten.“

Vorstandsmitglied Otto Bäuscher betonte: „In meinem Berufsleben habe ich immer gebaut, deshalb sind die meisten Bau-Angelegenheiten über mich gelaufen. Und hier muss ich ein dickes Lob loswerden. Es lief von Anfang an gedeihlich.“ Sein besonderer Dank galt Stefan Kern vom Architekturbüro neuraum und Thomas Heuser von der Firma Gluck, die alles so gut geplant hätten, „dass alles geräuschlos abgelaufen ist. Wir haben die richtigen Firmen ausgesucht.“

Bäuscher erinnerte sich auch daran zurück, als man damals Überlegungen angestellt hatte zu bauen: „Erst haben wir festgestellt, dass wir gar keinen Bebauungsplan haben. Und als wir noch genauer hingeschaut haben, gab es nicht mal einen Flächennutzungsplan. Doch der Bürgermeister und das Kreisbauamt haben sich für uns verwendet. Und als wir dann beim Regierungspräsident waren, konnten wir nicht mal eine Tasse Kaffee trinken, so schnell hatten wir unsere Genehmigung. Ich hoffe, dass es so weitergeht.“

Tobias Hoffmann freute sich: „Man kann täglich zusehen, wie es wächst. Bis Dezember soll es fertig sein, und im Januar können wir dann hoffentlich einziehen. Alles läuft sehr gut.“ Im zukünftigen Besprechungszimmer gab es bei Gulaschsuppe und Hackbraten noch Zeit für Gespräche.

Zum Hintergrund
Mit dem Haus für Kinder reagiert das Haus am Kirschberg auf die gesellschaftlichen Gegebenheiten in der Arbeit mit alleinerziehenden Müttern. Und möchte hier auch neue pädagogische Wege gehen. Viele Frauen seien von Verarmung und Überschuldung betroffen, was zu einer Gefährdung der Kinder führen könne. Und um diesen Frauen gezielt zu helfen und sie intensiv zu betreuen, wurde ein neues Konzept entwickelt. Es soll eine hochkonzentrierte, individuelle Unterstützung von Mutter und Kind ermöglicht werden.