Haus am Kirschberg: Hilfe für den Start ins Leben

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  • Juni 13, 2017

p051_neuraum_20Neu gebaut wurden die beiden Bereiche „Stationäre Clearingstelle“ (im Vordergrund) und Räumlichkeiten für unbegleitete minderjährige Ausländer (helles Gebäude im Hintergrund). Foto: neuraum

LAUTERBACH – 07.06.2017

„Vielfalt unter einem Dach“: Stationäre Clearingstelle und Wohngruppe / Eineinhalb Jahre Bauzeit


(dg) Zwei neue Bereiche werden nun im „Haus am Kirschberg“ in Betrieb genommen. So beginnt in dieser Woche die stationäre Clearingstellemit einer zeitlich befristeten Intensivbetreuung für Mutter oder auch Vater und Kind. Zentraler Punkt dabei ist die Gewährleistung des Kinderschutzes.
Der Aufenthalt beinhaltet ein modulares Kurzzeittraining, um zu beurteilen, ob die Mutter in der Lage ist, ein eigenständiges, selbstverantwortliches Leben mit ihrem Kind im eigenen Wohnumfeld mit Hilfe von Unterstützungsnetzen führen zu können, wie beispielsweise einer Familienhebamme und der Familie.
Die Hilfeform der stationären Clearingstelle arrangiert einerseits in einem geschützten Rahmen Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten der Mütter und bietet gleichzeitig eine Satusermittlung über die Lebenslage und -geschichte, über aktuelle Ressourcen und Defizite hinsichtlich elterlicher Fähigkeiten zur Versorgung, Betreuung und Förderung des Kindes, sowie Motivation, Kooperationsbereitschaft und Lernffähigkeit allgemein an. Auf deren Grundlage können Schwerpunkte zum künftigen Hilfebedarf benannt und Empfehlungen für eine weitergehende Betreuung von Mutter und Kind erarbeitet werden. Die Intensivbetreuung der stationären Clearingstellle ist auf drei Monate begrenzt, und die Räumlichkeiten bieten Platz für Mutter-Kind-Paare. Das Projekt wurde etwa drei Jahre inhaltlich geprüft – und eine ähnliche Einrichtung in Stuttgart besichtigt.
Nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit ist die Erweiterung nun fertig. Gleichzeitig wurden Räumlichkeiten für acht unbegleitete minderjährige Ausländer eingerichtet, die bereits seit einigen Tagen bezogen sind. Aufgenommen werden männliche unbegleitete minderjährige Ausländer ab zwölf bis 18 Jahren, deren Hilfebedarf gekennzeichnet ist durch: Unkenntnis der fremden Kultur, Lebensweise und Sprache, Fluchttraumata und Gewalterfahrungen. Sie erhalten unter anderem Unterstützung bei der Integration in die Gruppe, Hinführung zur Sprach- und Integrationskursen, Erlernen der deutschen Sprache, Unterstützungsangebote zum Erreichen des Schul- oder Berufsabschlussese sowie Hilfen bei ausländerrechtlichen Problemen. Die Erarbeitung einer realistischen Lebensperspektive, sollen die Jugendlichen sowohl auf einen Verbleib, als auch auf die Rückkehr in ihr Heimatland vorbereiten.
Die Kosten beziffert Geschäftsführer Tobias Hoffmann mit rund 1,4 Millionen Euro. Für einen kleinen Träger sei dies eine große Herausforderung und nur durch eine Vielzahl von Spenden und der guten Arbeit des Vorstandes zu bewältigen gewesen. Besonders hob er Vorstandsmitglied Otto Bäuscher hervor, der dafür gesorgt habe, dass der Kostenrahmen eingehalten werden konnte – trotz mehr Parkplätzen als anfangs geplant. Bei der Vergabe der Aufträge ist darauf geachtet worden, dass regionale Firmen beauftragt wurden.

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