Haus am Kirschberg: Grundsteinlegung

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  • November 24, 2015

neuraump051_05Foto (neuraum): (von links) Bodo Kester (Geschäftsführung), Stephan Mölig (neuraum), Otto Bäuscher (Vorstandsmitglied), Christine Nies (Vorsitzende Trägerverein), Henner Conrad (Pädagogische Leitung)

LAUTERBACH – 24.11.2015

Neues Haus für Kinder entsteht am Kirschberg / Praktische Alltagsbewältigung soll gelehrt werden

(mgg). Ein neues Haus für Kinder entsteht beim Haus am Kirschberg in Lauterbach. Dessen Trägerverein „Hilfe für das verlassene Kind“ hielt am Montag eine symbolische Grundsteinlegung ab. Vorsitzende Christine Nies sagte, dass die Entscheidung des Vereins, das neue Gebäude zu errichten, weitreichende Folgen haben werde. Das neue Haus werde „sich um die Bindung zwischen Mutter und Kind kümmern, ihre Qualität ergründen, fördern und dokumentieren“, so Nies. Es werde praktische Alltagsbewältigung lehren und Empfehlungen für künftige Hilfen für Mutter und Kind machen.
„Es ist die Basis für die logische Weiterführung der Mutter-Kind-Arbeit des Hauses am Kirschberg und wird damit ein wahres „Haus für Kinder“ sein. Der 1972 gegründete Trägerverein „hat sich von Anfang an die Aufgabe gestellt, Kinder, Mütter und junge Menschen auf ihrem manchmal etwas verschlungenen und von Brüchen unterbrochenen Weg in die Gesellschaft zu begleiten“, so die Vorsitzende. „Es geht um Lebens- und Integrationschancen für junge Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“ Das neue Haus solle die Ideen und Bemühungen des Vereins weitertragen. Junge, oft alleingelassene und nicht beachtete Mütter hätten es schon immer besonders schwer gehabt, so Nies weiter. „Wie sollen sie an ihre Kinder weitergeben, was sie selbst nicht erfahren und gelernt haben? Wie sollen sie Isolation, Armut und Versagensängste überwinden, wenn sie dabei nicht unterstützt werden“, beschrieb die Vorsitzende das Problem. Dementsprechend viele „Kinder aus solchen Lebenslagen“ seien in den fünfziger und sechziger Jahren „in öffentlicher Erziehung“ betreut worden. Seitdem habe sich vieles verändert, aber es gebe auch mehr alleinerziehende Mütter, und immer mehr von ihnen hätten Probleme.Diese Probleme seien oft extremer als früher. Das neue Haus werde sich dieses Problems annehmen.
Einfach werde es für den Verein nicht sein, das Bauprojekt zu schultern. Er hoffe auf Bundes- und Landeszuschüsse, fest Zusagen gebe es noch nicht. Ihr Dank galt der Annette-Hellwig-Stiftung, die bereits im vergangenen Jahr das Bauprojekt mit 100 000 Euro unterstützt hat. Dankesworte galten dem Vereinvorstand, der Kirschbergstiftung sowie dem Leitungsteam und allen Mitarbeitern. Besondere Anerkennung verdiene Vorstandsmitglied Otto Bäuscher, der „mit viel Engagement sein großen Fachwissen zum Wohl des Baus einsetzt“. Die Firma neuraum mit Inhaber Stephan Mölig sorge dafür, dass der Bau gelinge.
Am Montag wurde ein Kupferrohr in eine der Mauern gelegt In ihm befinden sich das Konzept des neuen Hauses, zwei Urkunden der Kirschbergstiftung, zwei Zeitungen, die das Tagesgeschehen rund um die Grundsteinlegung dokumentieren, und Münzen. Die Lauterbacher Firma Marmor Schwing hat eine Tafel mit dem Jahr der Grundsteinlegung gestiftet.

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