Förderverein: Überzeugungsarbeit in Sachen Hochschule

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  • Dezember 16, 2016

neuraum_p046_bsDas ehemalige Amtsgericht in der Königsberger Strasse wird zu Hochschule, Büros und Wohnungen umgebaut. (Foto: neuraum)

LAUTERBACH – 15.12.2016

Initiative: Unternehmer stellen Projekt bei Ausschusssitzung vor

Wie ernst es dem Förderverein „Bildung, Wissenschaft und Forschung im Vogelsbergkreis“ mit seinem Vorhaben ist, für die ganze Region in Lauterbach eine private Hochschule zu etablieren,beweist die Tatsache, dass zur Präsentation während der Haupt- und Finanzausschusssitzung des Vogelsbergkreistages alle beteiligten Unternehmer gekommen waren: Neben dem Vereinsvorsitzenden Stephan Mölig der spiritus rector der „Business School of Management and Technology“, Norbert Jäger (alpha GmbH), Norbert Lautenschläger (Volksbank Lauterbach-Schlitz), Dr. Christian Rohm (Duo Plast AG) und Aleksandar Stojanovic (STI Group). Es galt, Überzeugungsarbeit bei den Parlamentariern zu leisten, damit der Vogelsbergkreis in den nächsten drei Jahren je 60 000 Euro als Anschubfinanzierung bereitstellt.

Mölig zeigte die Ziele dieser unternehmerischen Initiative auf, die sich vorgenommen habe, etwas gegen die Abwanderung zu tun und die Region durch Bildung stärken wolle. „Wir verfolgen keine politischen oder finanziellen Interessen“, betonte er und definierte die drei Grundsäulen dieses „Hauses der Möglichkeiten“: Wirtschaftsförderung, Bildung und Infrastruktur. Ausführlich stellte Mölig die Studiengänge vor, wobei Verpackung einer der Schwerpunkte werden soll (wie bereits mehrfach berichtet) und bilanzierte die bisherigen Leistungen, die seitens der Unternehmer erbracht worden seien: finanzielles Engagement von über 400 000 Euro, hoher zeitlicher Einsatz mit bis zu sechs Stunden in der Woche sowie das Einbringen von Know-how und Kontakten. „Wir wollen die Vogelsberg-Region durch unsere Tatkraft fördern“, formulierte der Fördervereins-Vorsitzende abschließend, der sich einen Pool von etwa 50 Unternehmern wünschte, die sich beteiligten.

Um nämlich das Ziel erreichen zu können, dass etwa 200 junge Leute in den kommenden drei Jahren ein Studium in Lauterbach beginnen, sei Unterstützung notwendig: sowohl seitens der Wirtschaft als auch von Kommunalpolitikern. „Sie müssen als Multiplikatoren agieren“, appellierte Mölig an die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses. Norbert Jäger ergänzte, dass es um das gemeinsame Erarbeiten von Zukunftsperspektiven für den Vogelsberg gehe: „Wir sind gewillt, diese Hochschule fest zu etablieren. Ihr Wirken muss nachhaltig sein“, unterstrich er. In Gesprächen mit Schulleitern sei ihm bescheinigt worden, „dass es eine nicht unerhebliche Zahl“ an Abiturienten gibt, die ein Studium aus finanziellen Gründen nicht antreten könnten. Mit der Hochschule wolle man da entgegenwirken.

Verschiedene Nachfragen befassten sich unter anderem mit der Rolle der Steinbeis Universität und mit der Frage, warum es eine Universität in privater und nicht in staatlicher Trägerschaft geben werde. Hier kam dann die Problematik zur Sprache, zwischen die „Claims“ der beiden Hochschulen in Fulda und Gießen geraten zu sein.

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