ehemaliges „AKA“: Schmuckstück für den Marktplatz

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  • März 30, 2016

neuraum_AKA01Foto: neuraum

LAUTERBACH – 19.03.2016

„M 19“ – das ehemalige „AKA“-Kaufhaus präsentiert sich als modernes Stadthaus

(von Claudia Kempf) „M 19“ präsentiert sich als wahres Schmuckstück: Aus dem ehemaligen „AKA“-Kaufhaus am „Marktplatz 19“ ist ein modernes Wohn- und Geschäftshaus geworden, das die Blicke auf sich zieht. „Es ist wirklich schön geworden“, freut sich auch Investor Gustav Stabernacküber das Ergebnis eines langen Diskussions-, Planungs- und Bauprozesses. „Dieses Haus wertet den historischen Marktplatz mit der Kirche und den Altbauten auf“, ist auch Sohn Felix Stabernack überzeugt.

Alle fünf Wohnungen, die zwischen 60 und 100 Quadratmeter umfassen, sind bereits vermietet, im Erdgeschoss hat das Feinkostgeschäft „GeniesserZeit“ seine Pforten geöffnet. Freie Flächen von rund 135 Quadratmetern bietet lediglich noch das erste Obergeschoss, das sich bestens für Büro-, Praxis- und Kanzlei-Räume eignen würde. Einen fantastischen Blick auf die südliche Altstadt oder den schönen Marktplatz bieten alle Einheiten durch großzügige Glasfronten. Bodentiefe Fenster bringen in alle Wohnungen viel Licht, sie haben großzügige Grundrisse und sind per Treppenhaus oder Aufzug erreichbar.

Im März vergangenen Jahres hatten die Arbeiten am ehemaligen „AKA“, begleitet vom kritischen Blick der Öffentlichkeit, begonnen. Viele Schwierigkeiten wurden seitdem gemeistert. Durch einen Baustopp und die hohen Auflagen des Brandschutzes – „ein Riesenpaket“ – seien die Arbeiten rund drei Monate verzögert worden, bilanziert Gustav Stabernack rückblickend kritisch. Welch‘ „großes Paket“ der Brandschutz darstellte, zeigt sich im modernen Haus auf Schritt und Tritt und wird unter anderem auch nach außen durch eine große Feuerleiter dokumentiert, die auf der Rückfront vom zweiten Obergeschoss bis hinunter in die Altstadt führt.

Nach knapp einem Jahr Bauzeit ist das „M 19“ zum modernsten Bauwerk der Lauterbacher Innenstadt geworden. Insgesamt fügt sich das Stadthaus harmonisch in das Altstadt-Ensemble ein. Blickfang am Marktplatz ist die kunstvoll gestaltete Außenfassade, für die sich Architekt Stephan Mölig von der Umgebung inspirieren und schwungvolle Jugendstil-Elemente einfließen ließ. „Wir haben jedoch die freie Form der Gestaltung gewählt und nicht eine bestimmte klassische“, betont der Lauterbacher. Grundgedanke sei bei der Gestaltung des Hauses insgesamt gewesen, dass es nicht „historisierend“ sein und sich trotz eigenem Charakter am Marktplatz einfügen sollte. „Es ist ein Mix aus Barock, neuinterpretiertem Jugendstil und modernem Bauen.“

Eine „echte Herausforderung“ für den Architekten war der Bau der Balkone und Terrassen für die Wohnungen in den Obergeschossen und der modernen Gaube im Dachgeschoss auf der Südseite des Hauses, die ihren Nutzern jetzt einen grandiosen Ausblick auf Lauterbach bieten. Auf modernstem Stand ist die im Inneren des Hauses verborgene Technik. Beheizt wird das Stadthaus per Kaskadenschaltung zu 80 Prozent mit einer Luft-Wärme-Pumpe und – bei Bedarf – zu 20 Prozent mit Gas. Diese Technik, die hochwertigen Wand-Isolationen und dreifache Scheibenverglasung versprechen niedrige Nebenkostenabrechnungen, ist Hausherr Stabernack überzeugt. Höchsten Ansprüchen genüge das Internet per Glasfaserverbindung, Fernsehen sei per Kabel und Satellit im Haus möglich.

„Insgesamt“, so zeigen sich Architekt Stephan Mölig und Projektleiter Klaus Jerabeck überzeugt, sei der Umbau des ehemaligen Kaufhauses „das anspruchsvollste Projekt gewesen, das es derzeit in Lauterbach gibt“. Das unterstreichen auch Vater und Sohn Stabernack. „Es war ein langer Überlegungs- und Planungsprozess vom zunächst vorgesehenen technischen Rathaus zum Wohn- und Geschäftshaus“, resümiert Architekt Stephan Mölig und bezeichnet die Umsetzung durch die Stabernack Holding als „mutigen Schritt“. „Die Wirtschaftlichkeit war mehrfach in Frage gestellt“, bestätigt Gustav Stabernack. Aber letztenldich habe sich die Entscheidung, doch zu investieren, als richtig erwiesen. „Wir haben mit einem hohen Qualitätsanspruch gebaut – mit Blick auf die Zukunft“, sagt Felix Stabernack über das Projekt, für das die Holding insgesamt 1,7 Millionen Euro investiert.

Für die Stadt etwas zu bewegen, sei Triebfeder für ihr Tun, betont Gustav Stabernack: „Mit Mut und Zuversicht“ habe ihre Holding dieses Bauprojekt und auch das in der Rockelsgasse für eine notwendige weitere Stadtentwicklung geplant und umgesetzt. „Nach dieser Planungs- und Bauzeit haben wir als Bauherren sehr viel gelernt – wie aktuelle Verordnungen und Auslegungen im Denkmalschutz, Brandschutz und Bauvorschriften alle Sanierungspläne für Jahrhunderte gewachsene alte Bausubstanz durch die Enge der alten Häuser zum großen Aufwand führen. Trotzdem haben wir für unsere Heimatstadt den Mut gefunden und sehen heute das Ergebnis, der Stadt bei der Weiterentwicklung geholfen zu haben“, betonen Gustav und Felix Stabernack, die hoffen, dass sich auch die Mehrheit der Bürger über diese „Bausteine“ freut.

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