ehemaliges „AKA“: Die Geschichte des Hauses „Marktplatz 19“

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  • März 30, 2016

neuraum_AKA01Foto: neuraum

LAUTERBACH – 19.03.2016

„Architektonische Meisterleistung

(von Claudia Kempf) Im Jahr 1958 ersetzte das Lauterbacher Ehepaar Gunter und Anja Friese ein rund 400 Jahre altes Fachwerkhaus, in dem einst Eisenwaren verkauft wurden, durch ein fünfstöckiges, für die damalige Zeit hochmodernes Geschäftshaus in Stahlbeton-Skelettbauweise

Die damaligen Eigentümer wollten, dass ihre Kunden im „ELKA“, dem späteren „AKA“, so einkaufen können sollten, wie in einem Kaufhaus in der Großstadt. Damals bezeichneten es die Frieses als „architektonische Meisterleistung“. Sie betrieben vom Firmensitz in Stadtallendorf mehrere Kaufhäuser mit großem Sortiment in verschiedenen mittelhessischen Städten.

Im Jahr 2002 ging die Kaufhauskette in Insolvenz, auch das „AKA“ wurde geschlossen und stand seitdem leer.

2011 erwarb Gustav Stabernack das Gebäude, nicht aus Rentabilitätsgründen, wie er sagte, sondern um einen Beitrag für die Stadtentwicklung in Lauterbach zu leisten. Es wurden verschiedene Nutzungskonzepte entwickelt. Unter anderem gab es den Plan, das ehemalige „AKA“ als Rathaus zu nutzen, das Stabernack der Verwaltung auf Mietbasis zur Verfügung stellen wollte. Nach dem Scheitern dieser Pläne entschloss sich der Investor, das Konzept eines Wohn- und Geschäftshauses zu realisieren, um endlich den „Schandfleck“ am Marktplatz zu beseitigen. Die Baugenehmigung für sein Vorhaben wurde im April 2014 erteilt, Baubeginn war am 1. März vergangenen Jahres. Genau ein Jahr später wurde das neue Stadthaus fertiggestellt.

„Das neue Wohn- und Geschäftshaus wertet den Marktplatz mit der Kirche und den Altbauten auf – und damit auch hoffentlich alle Einzelhandelsgeschäfte und Lokale“, sagt Investor Gustav Stabernack. „Wir wünschen den Menschen auf dem Marktplatz viel mehr gute Begegnungen und Erlebnisse, damit neues Leben für die über viele Jahre zurückgehenden Geschäfte Einzug halten kann“, so Stabernack. Er hoffe, dass der Marktplatz durch „M 19“ zusammen mit dem bald sanierten Rathaus wieder eine historisch zentrale Bedeutung für die Stadt zurückgewinne.

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