Ältestes Fachwerkhaus der Stadt erstrahlt in neuem Glanz

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  • September 23, 2014

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Hohhaus-Apotheke: Christiane Pflug freut sich über die gelungene Restaurierung ihres Hauses

(mwk). Pünktlich zum Lauterbacher Stadtfest erstrahlt die Hohhaus-Apotheke am Berliner Platz in neuem Glanz.

Was viele nicht wissen: Das eindrucksvolle Gebäude ist Lauterbachs ältestes Fachwerkhaus. Der Kaufmann Baltzer Zipf ließ es im Jahr 1602 erbauen, aus Eichenbalken, die zum Teil noch aus dem 14. Jahrhundert stammen.

In den vergangenen acht Wochen ließ Hohhaus-Apothekerin Christiane Pflug das Haus am Eisenbacher Tor restaurieren. „Viele Leute haben zu mir gesagt: Das sieht ja noch gut aus. Aber es gab Schäden, an der Fachwerk-Konstruktion“, erzählt Pflug von den aufwändigen Arbeiten. Vergangene Woche wurde das Gerüst abgebaut und die Apothekerin feierte das neue Gewand des Hauses mit ihren Mitarbeiterinnen.

„Heute hat man wieder gelernt, das gute Alte zu schätzen. Man entfernt von den Häusern die Tünche, die ihnen ein städtisches Aussehen geben sollte, und erfreut sich des schönen Balkenwerks, das schon lange das Auge unserer Vorfahren ergötzte.“ Im Prinzip beschreibt dieser Satz recht gut, mit welchem Grundgedanken die Hohhaus-Apotheke restauriert wurde. Nur sind das nicht die Worte von Christiane Pflug. Sondern der Satz stand vor über 100 Jahren im Lauterbacher Anzeiger – anlässlich eines hohen Besuchs. Der „Großherzogliche Denkmalpfleger Prof. Walde aus Darmstadt“ begutachtete das markante Fachwerk-Haus, Eisenbacher Tor Nr. 2, und „erteilte dem Besitzer Ratschläge über den Anstrich des Fachwerks“.

Auf diesen Service konnte Christiane Pflug nicht mehr zurückgreifen. Allerdings fand sie Christian Diegelmann einen Architekten, der diese Aufgabe übernahmm. Im Februar 2014 setzte sich Pflug mit dem Lauterbacher Architekturbüro neuraum deshalb in Verbindung. Acht Wochen lang arbeiteten Zimmerleute und Schreiner, Maler, Dachdecker und Gerüstbauer an der Instandsetzung der Fassade des denkmalgeschützten Hauses. Rissige und morsche Balken mussten aufgearbeitet oder ausgetauscht, die Gefache zum Teil neu mit Lehmsteinen aufgemauert werden. Wie Christian Diegelmann dem LA erklärte, wurde die Ansicht der Hohhaus-Apotheke nach historischen Vorbildern neu gestaltet. In enger Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege erhielt das Haus ein Gesicht im „schlichten, gotischen Stil“: Dunkel lasierte Balken bilden einen schönen Konstrast zu den mit Kalkputz und Silikatfarbe geweißten Gefachen.

Mit dem Ergebnis ist Christiane Pflug mehr als zufrieden. Und anlässlich der Fertigstellung ließ die Apothekerin von der Lauterbacher Hemdenmanufaktur neue Kittel für sich und ihre Mitarbeiterinnen schneidern. „Neue Fassade, neue Kittel“, erklärte Pflug die Idee dahinter.

Fotos: neuraum

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