Adolf-Spiess-Halle: Bau-, Betriebs- und Nutzungskonzept in städtischen Ausschüssen

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  • Mai 20, 2016

ASH_neuraum04Foto: neuraum

LAUTERBACH – 12.05.2016

Die Adolf-Spiess-Halle soll saniert werden: Zwei Millionen aus Bundesmitteln stehen zur Verfügung

(von Claudia Kempf) – Auszug – Damit die Stadt Lauterbach in den Genuss von Fördermitteln des Bundes in Höhe von zwei Millionen Euro für die Sanierung der Adolf-Spiess-Halle kommt, muss sie dauerhaft alleinige Eigentümerin der Halle sein und der Turnverein Lauterbach muss auf das bisher für ihn geltende Rückübertragungsrecht verzichten. Dazu ist der Turnverein bereit und will mindestens für die kommenden 30 Jahre auf dieses Recht verzichten. Ein Vertrag zwischen Verein und Stadt, der genau das regelt, liegt vor. Am Dienstagabend hatten sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschuss (HFA) mit ihm zu befassen, am Mittwoch kommender Woche steht er zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

Das Nutzungskonzept
Wie die Halle künftig genutzt werden könnte, stellte Fachbereichsleiter Erwin Fauß vor. Ideen und Anregungen habe sich die Arbeitsgruppe bei Besichtigungen vergleichbarer Objekte geholt. Klar sei, dass nur ein Cateringkonzept Erfolg haben könne, da eine Bewirtschaftung durch Gaststättenbetreiber in der Vergangengheit gescheitert sei. Der Eingangsbereich der Halle samt derzeitiger Küche, Gaststätte und Kegelbahn solle „baulich aufgelöst“ werden, um ein großzügiges Entrée zu bieten, das künftig auch als gemütlicher „Treffpunkt, Empfang und Begegnungsstätte“ genutzt werden könne. Insgesamt sehe das Konzept eine multifunktionale Nutzung der Halle vor – sowohl für kulturelle Veranstaltungen, wie Konzerte, Lesungen und Theater, für Vereine, Schulen oder religiöse Gruppen oder auch Tagungen, Märkte und Veranstaltungen rund um Sport und Gesundheit. Ein Aufzug soll künftig alle Etagen barrierefrei erreichbar machen. Angedacht sei auch eine bessere Erreichbarkeit der Bühne mit technischem Equipment von außen und eine zeitgemäße technische Ausstattung.

Klar sei, dass die Vermarktung der Halle künftig kein Selbstläufer sei. „Wir müssen etwas dafür tun“, so Fauß. Diese Aufgabe solle künftig von der Stadtverwaltung geleistet werden, mit festen Ansprechpartnern und einem eigenen Internetauftritt. Bezüglich der Mietkosten haben mach sich an bestehenden Einrichtungen wie Dorfgemeinschaftshäusern und vergleichbaren Hallen orientiert. So sei für die Halle pro Tag ein Betrag von 750 Euro angedacht, für den großen Saal 565 Euro. Bezahlen sollten künftig alle Nutzer, erklärte Fauß auf Nachfrage Klaus Scheuers (SPD), auch die Vereine. Erhalten werden sollten die Bühne, ebenso die Duschen und Umkleiden für die Sportplatznutzer, das sei vertraglich mit dem Kreis vereinbart.

„Mehr Licht und Raum“
Mögliche bauliche Veränderungen thematisierte Architekt Stephan Mölig am Abend. Ein umfangreiches Aktenstudium hatte er in den vergangenen Wochen absolviert und sich tief in die Geschichte und bauliche Entwicklung der 1908 erbauten Halle eingearbeitet. „Wir befinden uns in der Planungsphase 0“, sagte Mölig, also ganz am Anfang. Insgesamt gelte es, die Stärken der Halle bei den anstehenden Veränderungen weiter herauszuarbeiten. Schon in den 50er Jahren habe es Ideen gegeben, einen Balkon anzubauen. Mehr Licht, eine veränderte Bühne und die Möglichkeit für Besucher, bei Feiern und Festen nach draußen zu gehen, würde die Qualität der Halle um ein Vielfaches erhöhen. Auch in den 80er Jahren habe man sich bei der damals erfolgten Grundsanierung über neue Nutzungsmöglichkeiten Gedanken gemacht. Denn schon damals habe der Sport nicht mehr die zentrale Rolle gespielt.

„Die Sanierung der Halle bedeutet Wirtschaftfsförderung für die Stadt und die Erhöhung der Lebensqualität für ihre Bürger“, betonte Mölig die Bedeutung des Projektes trotz möglicher Folgekosten für die Stadt und plädierte für niedrige Gebühren, um auch die Hemmschwelle für mögliche Nutzer niedrig zu halten.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Daniel Schmidt dankte Mölig für dessen „politisches Plädoyer“ für die Halle, das auch seine Fraktion so unterschreiben könne, da eine sanierte Halle eine große Bereicherung für die Stadt darstelle. Vorstellungen der Grünen seien im Konzept eingearbeitet, betonte er und dankte der Verwaltung für die Umsetzung im vorgelegten Entwurf des Nutzungskonzeptes. Dank sprach Christdemokrat Mischak der AG für die in den zurückliegenden Wochen geleistete Arbeit aus.

Eine Abstimmung über das Konzept soll in der kommenden Stadtverordnetenversammlung erfolgen, da die Verwaltung, wie von der CDU gewünscht, weitere Vergleichszahlen zu den Folgekosten vorlegen soll.

ASH_SG_neuraum (neuraum) So könnte das Saalgeschoss aussehen: Ein besserer Zugang zur Bühne soll gewährleistet sein, der Bereich der Theke ist verlagert und vergrößert, ein Aussenbalkon wäre denkbar.

ASH_UG_neuraum (neuraum) So könnte das Untergeschoss aussehen: Der Eingangsbereich soll großzügiger und freundlicher werden. Ein neuer Aufzug soll alle Geschosse barrierefrei zugänglich machen. Eine Anbindung nach draussen ist geplant, ebenso die Neugestaltung einer Küche, die von Caterern oder anderen Mietern der Halle bei Veranstaltungen genutzt werden kann.
 

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